Es ist Januar. Draußen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wird es um halb fünf dunkel, der Himmel hängt seit Wochen grau über den Dächern, und die Vorstellung von warmer Sonne fühlt sich an wie eine ferne Erinnerung. Und dann liest jemand: Iquitos? Im Januar? Da ist doch Regenzeit, das ist die falsche Reisezeit.
Genau diesen Gedanken wollen wir uns hier vornehmen. Denn er stimmt so nicht, und er kostet viele Reisende eine der schönsten Erfahrungen, die der Amazonas zu bieten hat.
Amazonas im Januar und Februar: mit dem Mythos der falschen Reisezeit aufräumen
Im Amazonas gibt es keine wirklich schlechte Reisezeit, es gibt nur unterschiedliche Gesichter desselben Waldes. Grob gesagt liegt die Trockenzeit zwischen Juni und Oktober. Das bedeutet im Umkehrschluss: Januar und Februar fallen in die Hochwasser- und Regenzeit.
Und genau hier setzt das Missverständnis an. Viele Europäer übersetzen "Regenzeit" automatisch mit "verregneter Urlaub" und streichen die Region von der Liste. Im tropischen Tiefland funktioniert das anders. Regenzeit heißt nicht Dauerregen von morgens bis abends, sondern mehr Wasser: kräftige, oft kurze Schauer, ein Fluss, der weit über seine Ufer tritt, und ein Wald, der dadurch sein Aussehen komplett verändert.
Wer sich vor der Buchung genauer mit den Jahreszeiten beschäftigen möchte, findet in unserem Beitrag zur besten Reisezeit für Iquitos eine ausführliche Einordnung. Die Kurzfassung: Jede Saison hat ihren eigenen Reiz, und das gilt für Januar und Februar genauso.
Warum gerade der europäische Winter ideal ist
Es gibt einen schönen Gegensatz, der die Sache auf den Punkt bringt. Während in der DACH-Region tiefster Winter herrscht, erlebt man am Amazonas die warme, lebendige Seite des Tropenjahres. Statt grauer Nachmittage gibt es sattes Grün, statt klammer Kälte feuchtwarme Luft, und der Wald vibriert vor Leben, wo zu Hause nur das ewige Zwielicht hängt.
Für Reisende, die dem europäischen Winter entfliehen wollen, ist das ein starkes Argument. Man verliert keinen Sommer zu Hause, sondern flieht aus der trostlosesten Zeit des Jahres direkt in die Tropen. Wer schon einmal Anfang Februar aus dem Flughafen in die warme, dichte Amazonasluft getreten ist, weiß, wie sehr der Körper das nach Wochen Heizungsluft begrüßt.
Dazu kommt, dass Iquitos ohnehin ein Ziel ist, das man sich bewusst aussucht, statt es nebenbei mitzunehmen. Eine Stadt mitten im Regenwald plant man nicht zwischendurch ein. Und ein bewusst gewähltes Ziel verdient auch eine bewusst gewählte Reisezeit.
Was Hochwasser konkret bedeutet
Hier wird es richtig interessant, denn das Hochwasser ist kein Nachteil, den man in Kauf nimmt, sondern ein eigenes Naturschauspiel.
Wenn der Fluss steigt, dringt das Wasser tief in den Wald ein. Bäume, an deren Stamm man in der Trockenzeit zu Fuß vorbeigeht, stehen jetzt halb im Wasser. Aus dem Waldboden wird eine spiegelnde Fläche, und man bewegt sich nicht mehr zu Fuß durch das Dickicht, sondern per Kanu durch den überschwemmten Wald. Man gleitet zwischen Baumkronen hindurch, dorthin, wo Monate später wieder fester Boden ist.
Das verändert auch die Tierbeobachtung grundlegend. Vieles spielt sich jetzt näher an der Wasseroberfläche und in den Baumkronen ab, dorthin, wo man mit dem Boot lautlos herankommt. Die Perspektive vom Kanu aus ist eine ganz andere als die von einem Wanderweg. Man ist auf Augenhöhe mit dem Wald, statt von unten hinaufzuschauen.
Und dann ist da das Grün. In der Hochwassersaison steht die Vegetation in ihrer intensivsten, sattesten Form. Es ist diese fast unwirkliche Fülle, die man von Bildern aus dem Regenwald im Kopf hat, und im Januar und Februar bekommt man sie tatsächlich zu sehen.
Etwa vier Nächte für den ersten Besuch
Wer zum ersten Mal nach Iquitos kommt, fragt sich verständlicherweise, wie viel Zeit sinnvoll ist. Eine solide Orientierung für einen ersten Besuch sind etwa vier Nächte.
Diese Spanne gibt einem genug Luft, um sowohl die Stadt als auch die Natur ringsum zu erleben, ohne dass es hektisch wird. Man landet, kommt an, akklimatisiert sich an das tropische Klima, hat Zeit für Ausflüge in den überschwemmten Wald und kann trotzdem noch Iquitos selbst kennenlernen: den Malecón, die Plaza de Armas, das besondere Lebensgefühl einer Stadt, die mitten im Dschungel liegt.
Wer weniger Zeit einplant, fühlt sich schnell gehetzt, weil allein die An- und Abreise einen guten Teil eines Tages frisst. Vier Nächte sind ein entspannter Rahmen, der dem Ort gerecht wird. Eine ausführliche Übersicht zu Aktivitäten, Orientierung und Praktischem in der Stadt findest du in unserem kompletten Reiseführer für Iquitos.
Anreise und direkt buchen
Die Anreise nach Iquitos lohnt es sich von Anfang an mitzudenken. Wie eine sinnvolle Route von Deutschland aus aussehen kann, haben wir in unserem Beitrag von Deutschland nach Iquitos Schritt für Schritt aufgeschrieben.
Wer in Iquitos ankommt, will nach der langen Reise vor allem eins: durchatmen und sich nicht mehr um Logistik kümmern müssen. Genau dafür sind wir im Bora Hotel Iquitos da. Wir liegen zentral in der Calle Raimondi 363, nur wenige Minuten von der Plaza de Armas und dem Malecón entfernt, sodass die Stadt direkt vor der Tür beginnt.
Damit der erste und der letzte Tag stressfrei bleiben, holen wir dich rund um die Uhr vom Flughafen ab, und an der Rezeption ist zu jeder Tages- und Nachtzeit jemand erreichbar. Das Frühstück ist im Preis enthalten, und die Zimmer sind klimatisiert, was nach einem feuchtwarmen Tag im Wald sehr willkommen ist. WLAN und ein Schreibtisch gehören selbstverständlich dazu. Wer früh ankommt oder spät abreist, kann das Gepäck kostenlos bei uns lassen und die letzten Stunden in der Stadt genießen. Geschäftsreisende erhalten ihre Rechnung auf Wunsch auf Firmenname.
Wenn du deine Reise in den europäischen Wintermonaten planst und Fragen zur Verfügbarkeit oder zur besten Saison für deine Vorstellungen hast, schreib uns einfach per WhatsApp unter +51 945 572 732. Wir antworten gern und helfen dir, deinen Aufenthalt so zu legen, dass du den Amazonas in seiner grünsten Form erlebst.


